12.04.2018, 00:00 Uhr

Neue "Ärztegewerkschaft" soll für Niedergelassene kämpfen

 Gründung im Juni 2018

Neue „Ärztegewerkschaft“ soll für Niedergelassene kämpfen

Miese Honorarsituation, ständig neue Reglementierungen und Strafgesetze – gleichzeitig verlieren die etablierten Ärzteorganisationen ihren Kampfgeist: Dieses düstre Fazit zieht eine Gruppe von Ärzten und Zahnärzten, die nun einen neuen Kampfverband ins Leben rufen will: Die „Deutsche Ärztegewerkschaft“ soll Politiker und Kassen Paroli bieten und für bessere Rahmenbedingungen der ärztlichen Arbeit kämpfen.

Nach einem ersten Vortreffen in Kassel soll im Juni nun die große Gründungsveranstaltung stattfinden. Der änd dokumentiert eine aktuelle Information, welche die Gruppe nun an die Öffentlichkeit gibt:

Wer sich jetzt als Arzt nicht wehrt, lebt und behandelt in Zukunft verkehrt!


Durch unzählige gesetzgeberische Aktivitäten wurde die Tätigkeit der vertragsärztlichen Gesundheitsberufe in den letzten Jahrzehnten immer stringenteren und unerträglicheren Reglementierungen, Kontrollen, Wirtschaftlichkeitsvorgaben und Honorareinbußen unterworfen. Durch derartige gesundheitspolitische Zielsetzungen und Vorstellungen, die auch von der neuen Bundesregierung verfolgt werden, wird man dem drohenden Mangel an Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten und medizinischen Pflegeberufen in den ländlichen Regionen unseres Landes nicht wirksam begegnen.

Mit der am 21.4.2017 veröffentlichten „Hamburger Erklärung“ stellen die Vertragsärzte und -zahnärzte fest, dass „der ungeschriebene Gesellschaftsvertrag zwischen den freien medizinischen Berufen und dem deutschen Staat durch diese einseitigen, inakzeptablen Maßnahmen seitens der Regierenden aufgekündigt wurde.“ Dieser fatalen Entwicklung in Richtung einer ideologisch gesteuerten Staatsmedizin muss umgehend Einhalt geboten werden.

Zur Wiederherstellung einer ausbalancierten Vertragspartnerschaft zwischen dem Staat und den niedergelassenen Ärzten soll eine neue Sammelbewegung gegründet werden, die sich über alle Fachgruppen der Medizin hinaus als freie, unabhängige „Interessensgemeinschaft Medizin“ für den Erhalt der Grundrechte auch für die Ärzte und Zahnärzte einsetzen will.

Wir sind uns sicher, dass aus dieser Sammlungsbewegung eine „Gewerkschaft für Ärzte“ entstehen muss, die auf den Spuren Hermann Hartmanns neue Grundlagen und Rahmenbedingungen für die ärztliche Tätigkeit mit den Regierenden aushandeln muss, soll die Behandlung durch freie, selbständige Ärzte im Sinn der Freiberuflichkeit und zum Schutz eines freien Arzt-Patienten-Verhältnisses erhalten bleiben.

Auf einer Initiativ-Konferenz am 3.3.2018 in Kassel formulierten die Teilnehmer ihr gemeinsames Credo:

Freie Praxen. Gute Medizin

und legten folgende Hauptziele fest:

1.        Leistungsgerechte Vergütung

2.        Gute, unbürokratische Rahmenbedingungen für die freiberufliche ärztliche Tätigkeit

3.        Ersatz oder Novellierung des SGB V im Sinne einer Wiederherstellung der Bürgerrechte für alle Medizinberufe

Die Gründungsveranstaltung wird am 1.6.2018 in Frankfurt/Main erfolgen.

Hierzu sind alle Interessenten eingeladen. Weitere Informationen über Zeitplan, Ort und Tagesordnung erfolgen rechtzeitig.

Anmeldungen unter: ilka-enger@gmx.de

 

Quelle:   änd