26.02.2018, 00:00 Uhr

Pressemitteilung der VUV

Koalitionsvertrag bereitet Zahnärzten Zahnschmerzen

VUV fordert: Weg in die Staatsmedizin blockieren

 

Hannover/Niedersachsen, 20. Februar 2018

Einstimmig hat die Mitgliederversammlung der Vereinigung Unabhängiger Vertragszahnärzte (VUV) „den von einigen politischen Kräften eingeschlagenen Weg in die Staatsmedizin“ abgelehnt. In dem Beschluss, der Mitte des Monats während der Jahresversammlung in Hannover gefällt wurde, werden die Vertreter in den zahnärztlichen Verbänden, in den Zahnärztekammern und den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen aufgefordert, diesen Weg „zu blockieren“. VUV-Vorsitzender Dr. Karl Horst Schirbort aus Burgdorf bei Hannover zeigte sich erfreut über die große Einigkeit der Mediziner in der Frage des deutschen Gesundheitssystems.

„Eine Staatsmedizin, wie sie eine Verschmelzung von privater und gesetzlicher Krankenversicherung in eine sogenannte Bürgerversicherung bedeuten würde, ist zum Schaden aller, der Mediziner und anderen Leistungserbringer auf der einen Seite, vor allem aber auch der Patientinnen und Patienten“, betonte Schirbort in einer Pressemitteilung.

Eigentlich hätten die Mitglieder bei der diesjährigen Versammlung in Hannover feiern können, denn die VUV besteht seit zwei Jahrzehnten. Er ist nach eigenen Angaben neben dem Freien Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) und der Vereinigung Zahnärzte für Niedersachsen (ZfN) der größte Zusammenschluss freiberuflicher Zahnmediziner in Niedersachsen. „Aber zum Feiern ist uns angesichts der politischen Situation in Deutschland keineswegs zumute“, so Schirbort.

Im Gegenteil: Der in Berlin beschlossene Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD „bereitet uns Zahnärzten erhebliche Zahnschmerzen“, denn in ihm „wird die Trennung zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung weiter aufgeweicht“. Die VUV sieht in dem Vertrag deutliche Warnzeichen für den Fortbestand des bewährten deutschen Gesundheitssystems. Was eine Bürgerversicherung oder eben staatlich gelenkte Krankenversorgung bedeutet, hat der langejährige Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KZVN) in seiner Zeit als DDR-Bürger erlebt. "Das ist alles andere als schön", so Dr. Schirbort, der in den fünfziger Jahren in den Westen übersiedelte, "auch weil die freie, unabhängige Berufsausübung für mich das allerhöchste Gut ist".

Dass die VUV mit ihrer Kritik und ihren Sorgen nicht allein steht, zeigten die Gäste bei der Landesversammlung: Dr. Ilka Enger vom Bundesverband der niedergelassenen Fachärzte, und Dr. Axel Brunngraber, der stellvertretender Bundesvorsitzender der Freien Ärzteschaft e.V. ist. Sie forderten den „Schulterschluss zwischen der gesamten Ärzte- und Zahnärzteschaft“ beim Kampf für den Erhalt des deutschen Gesundheitssystems. „Es geht letztlich um unsere Patienten und die bestmögliche medizinische und therapeutische Betreuung“, so Schirbort abschließend. „Für sie setzen wir uns ein.“